Ein Briefbuch mit Gotha

Meine Kolumne in der Thüringer Allgemeine


Am 13.11. werde ich im Saal der BGG lesen und eine solche Lesung habe ich bisher noch nie gemacht. Diesmal wird es nämlich um keinen Roman gehen, ich werde aus meinen Kolumnen lesen. Um mich darauf vorzubereiten, habe ich sie mir alle noch mal angeschaut.

Dabei ist mir aufgefallen, wie persönlich sie sind. Lese ich sie von vorne bis hinten durch, kann ich meine Zeit in Gotha Revue passieren lassen: Sie erzählen, wie ich angekommen bin, welchen Eindruck die Stadt damals auf mich machte, wie ich mich eingewöhnte, an meinen Projekten arbeitete und Gotha immer lieber gewann. Ein klein wenig erinnert mich das an meine Tagebücher, die ich als kleines (oder auch größeres) Mädchen geschrieben habe. Nur, zum Glück für alle Beteiligten, ohne die Pubertätsgeschichten. Ohne die Beschreibung von langweiligen Schulstunden oder eintägigen Liebesgeschichten meiner Freundinnen.

Vor wenigen Tagen habe ich genau diese Bücher wieder ausgepackt. Da gab es allerdings nicht nur unzählige Tagebücher, eine Freundin und ich fanden auch unsere Briefbücher wieder. Keine Ahnung, ob Mädchen das heute noch machen, aber wir haben zu Schulzeiten Notizbücher gekauft, sie mit Promi-Bildern beklebt und Briefe an die Freundin hineingeschrieben. In der Schule wurden sie dann ausgetauscht, sodass die Andere direkt darunter antworten konnte.
Als wir jetzt überlegten, diese Tradition wieder aufleben zu lassen, mussten wir feststellen, dass es kaum noch hübsche Notizbücher gibt. Vielleicht ist das Briefbuch fast schon ausgestorben. Wir haben uns für einen schicken Leder-Einband entschieden. Damit es nicht ganz so seriös wirkte, mussten wir es mit Bildern aus Zeitschriften bekleben, frei nach dem Motto: I'm not a Girl, not yet a Brigitte. Wenn schon Briefbuch, denn schon Briefbuch.

Am Ende meiner Gotha-Zeit werden auch all meine Kolumnen zu einem kleinen Büchlein zusammengefasst. Vielleicht wird es sich ja ähnlich lesen wie ein Briefbuch. Ein Briefbuch zwischen mir und der Stadt. Nur, dass die Stadt mir leider nicht in Briefform antworten kann.
Oft findet sie dafür aber andere Wege.

Einen dieser Wege hat Olaf Bessert gefunden. Zwischen meinen Kolumnen wird er am 13.11. seine Lieder singen, die zu großen Teilen ebenfalls von Gotha handeln. Außerdem serviert die BGG kleine Snacks.
Ich freue mich schon sehr auf diesen Lieder- und Kolumnen-Abend. In der Mitte meines letzten Monats wird er schon ein wenig nach Abschied schmecken, ein wenig nach Zusammenfassung und Resümee. Gleichzeitig wird es sicher ein schönes Gefühl sein, noch mal auf alles zurückzublicken. Es ist macht schließlich Spaß, in Tage- oder Briefbüchern zu blättern.

Wer mit mir blättern möchte, kann sich Eintrittskarten für 4,50 Euro beim Büro der BGG oder im Stadtbüro am Hauptmarkt abholen. Ich freue mich schon auf Sie!

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